Liebe Nachbarn

Ich liebe meine Nachbarn. Sie sind mir inzwischen mehr Familie... als meine Familie. Keiner kümmert sich in vergleichbar aufopferungsvoller Weise um mein persönliches Wohlergehen wie meine Nachbarn.
So schützen sie mich zum Beispiel vor Schädigungen meiner Gesundheit, insbesondere meines Trommelfells, wenn ich bei Zimmerlautstärke Musik höre. Hilfsberereit schellen sie bei mir an und weisen mich auf die laute Musik hin. Ohne sie würde mir die Lautstärke nie bewusst werden.

Auch wenn ich den Flur geputzt habe, klingeln Sie bei mir und geben mir nützliche Feedbacks über die Qualität meiner Reinigungsbemühungen. Das hilft mir dabei, eine der heutzutage wichtigsten Kulturtechniken sukzessive zu verbessern, meine Wischtechnik zu optimieren und eine ganzheitliche Perspektive beim Reinigen von Fensterbänken und Treppengeländern einzunehmen.

Sie bieten sogar an, mir die Maden in der Mülltonne zu zeigen, damit ich mir bildlich vorstellen kann, was passiert, wenn man Müll in die Mülltonnen wirft. Nie hätte ich geahnt, dass Mülltonnen dadurch schmutzig werden, oder im Sommer Gerüche entwickeln könnten. Durch meine Nachbarn lerne ich so viel Lebenspraktisches kennen und das gebe ich auch gern an meine Freunde weiter, damit diese ebenfalls von meinem Erfahrungszuwachs profitieren können.

Außerdem opfern meine Nachbarn sich auf, um mich in Sachen Motivation nach vorne zu bringen. Zum Beispiel wenn ich vergesse, den Flur zu putzen. Dann rufen sie den Vermieter an, damit dieser mich persönlich anspornt! Dabei sind sie so selbstlos, dass ich nie gewahr werde, wer die schwere Bürde der Verantwortung eigentlich auf sich genommen und sich so für mich ins Zeug gelegt hat.

Des weiteren sind sie sehr um meinen Energiehaushalt besorgt. Sobald ich oder eine Partnerin sich beim Sex zu laut artikuliert, läuten sie, um uns darauf hinzuweisen, dass der Energieverbrauch bei leiserem Vögeln wesentlich ökonomischer ist. Dabei berührt mich ein ums andere Mal das Ausmaß ihrer Besorgnis um mein körperliches Wohlergehen. Dies geht so weit, dass sie bereits unmittelbar während des Beischlafprozesses reagieren und an meine Türe hämmern, damit ich noch rechtzeitig damit beginnen kann, meine Energiereserven für Wichtigeres zu reservieren. Es danke ihnen Gott!

Darüber hinaus schreiben sie Pläne zum Reinigen des Flurs, des Keller, des Speichers und Anweisungen, wann die Haustüre wie oft abgeschlossen werden muss. Dabei reichern sie ihre Ausführungen mit extra vielen Rechtschreibfehlern an, nur damit ich bei der Fehlersuche auch noch meine kognitive Leistungsfähigkeit trainieren kann. Das tut zumindest in meiner Familie niemand für mich.

Im Winter beauftragen Sie den Vermieter, die Heizung so einzustellen, dass sie sich automatisch gegen 22 Uhr abschaltet. Und zwar damit ich Energiekosten spare! Das ist zwar nachts äußerst kalt, wenn ich wie meist länger wach bin, doch dafür ist es morgens ab 6:30 Uhr schön mollig warm, wenn ich noch schlafe.

Einmal in der Woche sorgt die Straßenreinigung vor unserer Türe für saubere Rinnsteine. Dann ist dort für zwei Stunden Parkverbot. Falls ich einmal vergessen habe, mein Fahrzeug wegzustellen, rufen meine Nachbarn rechtzeitig den Abschleppdienst, damit mein Auto beim Vorbeifahren der Reinigungsfahrzeuge keinen Schaden erleidet. Auch dafür fühle ich mich ihnen zutiefst verbunden.

Ich liege oft nachts wach im Bett und frage mich, was ich wohl ohne meine Nachbarn wäre und ob ich ohne sie überhaupt wäre. Dann kriege ich so warme Gefühle überall und bin einfach dankbar. Ich liebe meine Nachbarn!

Ich bin begeistert! Denn

Ich bin begeistert! Denn auch ich habe eine äußerst fürsorgliche Nachbarin, die so vieles für mich und meine Tochter tut, dass ich gar nicht weiß, wie ich das wieder gut machen soll. Deshalb nenne ich sie auch ganz liebevoll "Concierge".
Erstaunlich nur, dass heute so viele junge Leute - zu denen meine Nachbarin sich mit gebührendem Stolz zählen darf - über so viel "altes Wissen" verfügen und wie gut, dass sie sich so hilfsbereit für die ältere Sandwich-Generation aufopfern und uns nicht nur das Rauchen abgewöhnen, sondern auch (Nach)lässigkeiten im Haushalt, die uns doch nur selber schaden.

Ich beneide Sie um Ihre

Ich beneide Sie um Ihre Nestwärme. Sollten Sie einmal ausziehen sagen Sie mir doch bescheid!

Warten Sie doch auf den

Warten Sie doch auf den Moment, da ihre Nachbarn in den Urlaub fahren - und gießen Sie deren Blumen dann mit einer Mischung aus Salzsäure und Hamsterpisse! Lass Blumen sprechen (oder kotzen)!

Lieber Duesentrieb - vielen

Lieber Duesentrieb - vielen Dank für Ihren äußerst konstruktiven und weitsichtigen Ratschlag! Sie scheinen sich ja mit Düngemitteln bestens auszukennen, sind Sie Gärtner?

Das einzige Problem an Ihrem Vorschlag ist: In unserem Hause gibt es KEINE Pflanzen, denn Tiere, Pflanzen und Kinder sind per Hausordnung untersagt (§ 3 Absatz 76).

>In unserem Hause gibt es

>In unserem Hause gibt es KEINE Pflanzen, denn Tiere, Pflanzen >und Kinder sind per Hausordnung untersagt

Vielleicht sollte man per Hausordnung bald mal NACHBARN untersagen??

**lol* wir schaffen uns

**lol* wir schaffen uns selbst ab! was übrig bleibt, ist das fernsehen!

> Vielleicht sollte man per

> Vielleicht sollte man per Hausordnung bald mal NACHBARN untersagen??

NEIN! Denn wer würde sich dann an ihrer statt um mein leiblich und seelisch Wohl bemühen? Und wem sollte ich dann in sentimentalen Momenten meine Gedanken schenken???

>...was übrig bleibt, ist das fernsehen!

Doch auch das nur eingeschränkt! Denn Fernsehen, Radio und das Einschalten von Stereoanlagen sind ab 20 Uhr untersagt (§ 4 Absatz 16 "Mediengepflogenheiten").
Es gibt allerdings eine Ausnahmeregelung für Samstage (Anhang M - Ausnahmeregelungen: § 84 Absatz 392).