sucht zur Ergänzung des Teams Autorinnen und Autoren. Verwenden Sie bei Interesse bitte das Kontaktformular und lassen Sie uns am besten gleich eine Textprobe zukommen!
Viva la revolución!
Uns geht es gut, das ist zu sehen und das ist auch gut so. Doch wir wollen gerade an diesem Tage, an dem Jubel und Wohlleben herrschen, auch an jene Menschen denken, denen es nicht so gut geht. Menschen, die unverschuldet in Not leben müssen. Menschen, denen es schlecht geht. Menschen, die am Rande unserer Gesellschaft stehen. Viele von ihnen müssen jeden Tag um's nackte Überleben kämpfen. Und dennoch bekommen sie in unserer kalten und zunehmend egoistisch werdenden Gesellschaft nichts andres als Spott und Häme zu hören, oft schlägt ihnen sogar Hass und Verachtung entgegen.
Dies war der Grund für mich, Sie einmal direkt anzusprechen. Wollen Sie nicht auch gerade dort spenden, wo Armut und Unterdrückung am größten sind? Wollen Sie helfen, ohne Ansehen von Geschlecht, Hautfarbe oder Religion der Betroffenen? Wollen Sie Hilfe zur Selbsthilfe leisten? Finden Sie nicht, dass es wieder Zeit wird, an die zu denken, die unserer Hilfe so sehr bedürfen? Dann haben wir doch einmal den Mut, den traurigen Tatsachen unserer Leistungsgesellschaft ins Auge zu sehen und dem Elend mitten unter uns einen Namen zu geben. Sprechen wir über den deutschen Banker.
Von der Gesellschaft allein gelassen fristen sie ein stumpfsinniges Leben, umgeben von stumpfsinnigen Kreaturen und beschäftigt mit stumpfsinnigen Dingen. Sie verdienen wenig mehr als ihre Sekretärin. Geld, das ihnen die ganze Welt neidet. Schmutziges Geld, das zu Neid und Hass führt. Keine Gewerkschaft kämpft für die Rechte dieser Opfer kapitalistischer Ausbeutung. Ausgequetscht wie die Zitronen, hört man immer wieder von erschreckenden Fällen, von Abschiebungen in den Aufsichtsrat, wo sie dann unter entwürdigenden Bedingungen für sexsüchtige Vorstände zu arbeiten haben. Ja, meine Damen und Herren, ich will Ihnen diese schrecklichen Schilderungen nicht ersparen. So sieht echtes Elend aus. Und es ist unter uns.
Unsere Gesellschaft schweigt dazu! Schlimmer noch! Manager werden angegriffen und systematisch verächtlich gemacht. Sicher haben Sie alle noch die schockierenden Bilder im Auge. Dr. Joseph Ackermann, der Willkür einer enthemmten Klassenjustiz schutzlos preisgegeben. Bagatellen wegen einer gnadenlosen Journaille zum Fraß vorgeworfen. Ja, was erwartet man denn von dem Mann? Engel und Teufel in einem sein? Das geht nicht, meine sehr verehrten Damen und Herren! Das geht nicht! Wer täglich im Sumpf der Wirtschaft robbt, wird sich dabei auch etwas beschmutzen dürfen.
Die Zustände sind unhaltbar und schreien nach Hilfe. Sicher soll und muss hier der Staat tätig werden. Er hilft und wird weiter helfen. Im letzten Jahr hat er dies in vorbildlicher Weise getan. Denken Sie an die Unternehmenssteuerreform, die Erbschaftsteuerreform, die Steuerbefreiungen für Hedgefonds und RAID Wohnungsverwaltungsgesellschaften und nicht zuletzt an die milliardenschweren Finanzhilfen für spekulierfreudige Banken, die vollkommen unverschuldet in Not gerieten. Danke Deutschland und weiter so! Das ist etwas, doch es reicht nicht aus.
Hier, meine sehr verehrten Damen und Herren, hier ist der Einzelne gefordert, hier sind wir alle gefordert. Aus diesem Grunde möchten wir Sie heute um Ihrer großzügige Spende bitten! Angesichts der schockierenden Bilder verwahrloster, sich allein überlassener Banker muss sich jeder angesprochen fühlen, der mitleidenden Kreatur den rettenden Arm reichen. Helfen Sie mit, dass Dr. Ackermann und viele andere deutsche Banker, die heute noch in trübsinnigen Betonbunkern ihr sinnentleertes Leben fristen müssen, wieder eine echte Chance bekommen. Helfen Sie den Opfern einer globalisierten Wirtschaft. Auch Banker sind letztlich nur Getriebene.
Unter dem Motto "Dein Freund mit dem großen Schnauze, Gib Bankern eine Chance" ist bundesweit eine Rettungsaktion zur Entlastung der deutschen Finanzwirtschaft und zur Rettung ihres bedrohten Führungspersonals angelaufen. Übernehmen Sie die Patenschaft für einen moralisch verwahrlosten Banker!
50 € reichen dabei natürlich nicht aus. Das sind Peanuts. Doch wenn Sie Gleichgesinnte finden, etwa Tausend reichen bereits, die jeden Monat 1000 € aufbringen, so kann diese Million die akute Not eines Bankers schon einen ganzen Monat lang lindern. Das ist Geld, das Hoffnung macht. Solche Spenden können Leben retten.
Ziel unserer Resozialisierungsmaßnahmen ist die Wiedereingliederung von Bankern in die menschliche Gemeinschaft. Dazu benötigen wir viel Geld zur Unterhaltung von Heimen, zum betreuten Wohnen und zum friedlichen Einschläfern besonders hilfloser Exemplare. Hilfe und Unterstützung wird von entsprechend ausgebildeten Fachkräften vor Ort geleistet. Kinderkrankenschwestern und Pfleger, Schmerztherapeuten, Seelsorger und Sozialarbeiterinnen sind zur Stelle, um die Banker auf ihrem schwierigen Weg zu begleiten – ihr Gefühl von Alleinsein und Isolierung zu lindern und sie auch seelisch und körperlich zu entlasten.
Geben Sie uns die Millionen, die Sie entbehren können. Ihre Spende hilft deutschen Bankern ihr tägliche Leben zu meistern und in eine positive und sichere Zukunft zu blicken. Das verspreche ich Ihnen. Geben Sie reichlich, denn Sie wissen ja: Geteilte Freude ist doppelte Freude.
---
Foto: Gerd Altmann
Ich finde, jeder Deutsche
Ich finde, jeder Deutsche könnte doch - ohne groß auf etwas verzichten zu müssen - 8 bis 10 Prozent seines Nettogehalts (bei Hartz-IV-Empfängern: 6 bis 8 Prozent der Arbeitslosenhilfe) direkt an die Banken spenden, per Dauerauftrag. Somit fällt der Spendensammel-Aufwand weg. Am besten, Frau Merkel bringt gleich ein entsprechendes Gesetz auf den Weg. Davon ausgenommen werden sollten natürlich Politiker.
Um die Wohlhabenden nicht zu
Um die Wohlhabenden nicht zu sehr auf Kosten der Armen zu belasten, sollte nicht eine Prozentzahl abgegeben werden. Besser ist eine feste Summe. JEDER zahlt 300 Euro monatlich, unabhängig davon, wieviel er hat oder verdient! (So wie bei der Praxixgebühr).