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Viva la revolución!
Geschichte wiederholt sich. Der böse Herr Sauron aus Tolkiens „Herr der Ringe“ ist zum Beispiel so ein Charmebolzen, der nie was dazulernt. Er ist der Chef hunderttausender gemeiner Orks, die er dauernd losschickt, um das liebliche Mittelerde zu tyrannisieren.
Mit seinem Leben weiss der Grobian nichts Blöderes anzufangen, als einem dusseligen Ring nachzujagen, den er vermutlich dann gar nicht auf seine Wurstfinger brächte und bei jedem Juwelier seines Vertrauens schneller und besser hätte haben können.
Aber es ist hoffnungslos. Schon auf Seite zwei ist klar, dass bei Sauron Hopfen und Malz verloren ist. Man möchte ihm zurufen: „töpfere doch oder jogge im Frühtau frohen Mutes durch Mordor“. Das brächte ihn auf andere Gedanken. Der sture alte Bock macht aber weiter wie gewohnt. Das Ende vom Lied ist, dass die genervten Hobbits den Ring schließlich kaputtmachen, nur damit sie am Feierabend ihre Ruhe haben.
Wer nun denkt, er müsste nur garstige Bücher ins Regal zurückstellen, um Ruhe vor der Stänkerei der Unzufriedenen zu haben, irrt gewaltig. Nicht nur in Mittelerde ist der Quälgeist daheim. Wer öfter mal durch alle 400 Fernsehsender zappt, stösst mitunter auf einen älteren Herrn, der mit St. Martinsmütze und Goldstab durch’s Bild schlappt. Aber nix „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“. Es ist gar nicht der heilige St. Martin auf der Suche nach einem Bettler, mit dem er mal wieder den Mantel teilen könnte. Es ist der Papst höchstselbst, der Chefhirte der katholischen Schafherde.
Seit einigen Jahren muss auch die heilige Mutter Kirche in ihrer Weisheit die Erde als Kugel hinnehmen. Weil man am Rand der Scheibe nun nicht mehr runterfallen kann, werden die Leute immer aufmüpfiger. Deshalb hat seine Heiligkeit jetzt in der Glotze klar gemacht, wo Schluss ist mit Zugeständnissen und erneut die unumstößliche Vormachtstellung Roms bekräftigt. Der Vatikan erklärt, dass Gemeinschaften, die aus der Reformation des 16. Jahrhunderts hervorgehen, überhaupt keine Kirchen im eigentlichen Sinn sind.
Das interessiert zwar keinen, hat aber einen gewissen Unterhaltungswert. Wie ein altes zänkisches Weib, das in der Jugend einen Korb bekommen hat, spuckt das Kardinals-Klüngel noch immer Gift und Galle gegen die Lutherischen, die ihnen vor einem halben Jahrtausend wegen umfassender Bigotterie und Blödigkeit den Stuhl vor die Tür gestellt haben.
Vor 500 Jahren konnten die Urväter der Demokratie freilich nicht voraussehen, dass im Fernsehzeitalter auch jeder selbstherrlichen, weltfremden Irrlehre immer wieder Sendezeit zusteht. Ansonsten hätten die Rebellen damals nicht rebelliert, sondern den Absolutismus verteidigt. Das hätte heutzutage den Vorteil, dass man starrsinnige Unruhestifter, die ehrenamtlich als Papst arbeiten, einfach zensieren und wegsperren könnte.
Versagt hat in diesem Fall aber auch die Fernsehgesellschaft. Jeder Statist, der nur einmal „Muh“ in Film und Fernsehen sagen will, ist heute aufgebrezelt wie Graf Koks. Wo warst DU, Hollywood, als sich ein verbohrter Griesgram mit Dr. Mabuse-Augenringen an der Schminke vorbei vor die Kameras geschlichen hat?
Und wo war die Kamera-Assistenz mit ihrem Schrei: „Aus - zurück in die Maske“. Und wo war eigentlich der richtige Papst, Richard Chamberlain aus „Die Dornenvögel“? Der war schon vor 20 Jahren Kardinal. Den hat man hintergangen. Und das Fernsehen schweigt.
Pater Ralph de Bricassart hätte am Samstagabend als Papst vor die Kameras treten müssen, braungebrannt und mit Wind in den Haaren, während von rechts seine australische Geliebte Meggie Carson engelsgleich herbeischwebt. Lutherische hin, Lutherische her, Dornenvögel-Richi als Papst hätte mit seiner Tusnelda im Schlepptau die richtigen Worte für die Gläubigen gefunden: „Wir sind Sünder, wir haben fünf Kinder, kann denn Liebe Sünde sein, nein. Deshalb heiraten wir und versteigern die Papstkrone bei Ebay für die Indiohilfe“. Das wären endlich mal wieder Einschaltquoten!
Die Erde eine Kugel? Seit
Die Erde eine Kugel? Seit wann genau? Ist das wirklich sicher? Eigentlich ist das doch unmöglich, dann würde man ja auf der andren Seite runterfallen, oder nicht?
Beug Dich doch mal weit
Beug Dich doch mal weit genug über die Kugelkrümmung. Dann wirst schon sehen, wie schnell man da runterfällt. Drum wohnt auf der Südhalbkugel auch niemand.
Die Typen auf der unteren
Die Typen auf der unteren Seite sind mit Magneten befestigt.