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Viva la revolución!
Nirgendwo auf der Welt ist die Integration von Mitbürgern ausländischer Herkunft so vorbildlich gelungen wie im Ruhrgebiet. Dazu tragen vor allem die deutsch-türkischen Begegnungsvereine bei, wo die Integration inzwischen so weit gediehen ist, dass man dort einmal im Jahr auch einem Deutschen begegnen soll.
Ich selbst nehme übrigens auch schon seit längerem – allerdings auf anderer Ebene - aktiv am Integrationsprozess teil. Und zwar im Dönerladen um die Ecke. Hier kann man die gelungene Integration förmlich riechen. Und nicht nur Liebe geht bekanntermaßen durch den Magen, sondern offensichtlich auch die Integration – zumindest im Ruhrgebiet.
Allerdings wurde mein Glaube an ein gelungenes türkisch-deutsches Miteinander vor einigen Tagen in seinen Grundfesten erschüttert. Ich bestellte mir mit knurrendem Magen einen Dönerteller. Das Wasser lief mir bereits im Munde zusammen. Nachdem ich meine Bestellung aufgegeben hatte, las ich mir, um die Wartezeit etwas zu verkürzen, noch einmal die Speisekarte durch.
„Dönerteller mit Pommes, Salat und Schafskäse“ für Sechs-zwanzig. Doch halt: Was musste ich da plötzlich sehen? „Dönerteller mit Pommes, Salat und KÄSEIMITAT“. Käseimitat? Zutiefst irritiert frug ich Ali, was ich denn unter dieser neuen Käseimitation zu verstehen hätte: Kunststoffkäse, Gipskäse oder ökologisch korrekten Altpapierkäse?
Ali erklärte mir, leicht verstimmt, dass gestern ein Beamter irgendeiner Behörde aufgetaucht sei. Der habe ihn darüber in Kenntnis gesetzt, dass sein angeblicher Schafskäse ja gar kein Schafskäse sei, sondern Kuhkäse, der wie Schafskäse zubereitet wäre. Dies sei Irreführung der Kundschaft und könne nicht toleriert werden. Der offiziell zu verwendende Name des angeblichen Schafskäses sei nun „Käseimitat“! Bei weiterer mutwilliger Täuschung der Kunden müsse Ali mit nicht zu unterschätzenden Ablasszahlungen an die deutschen Behörden rechnen.
In diesem Moment wurde mir eines schlagartig klar: Ich war hier seit Jahren systematisch betrogen worden! Endlich hatte jemand dieser schamlosen Ausbeutung meiner Gutgläubigkeit einen Riegel vorgeschoben. Ich war erleichtert. Das erste Mal in meinem Leben keimte Nationalstolz in mir auf. Ich war froh, dass unsere Behörden der Aufgabe, ihre Bürger vor der türkischen Döner-Mafia zu schützen, so unerbittlich nachgingen.
Ich bat Ali zunächst, mir mein Geld, dass er in den letzten Jahren unter Vorspiegelung falscher Tatsachen betrügerisch aus mir heraus gepresst hatte, zurück zu erstatten, denn ich wusste ja nun, dass ich schon seit Ewigkeiten Käseimitate gegessen hatte. Doch Ali begann zu lachen, er dachte wohl, dass ich scherze. Oder noch schlimmer: Er dachte wahrscheinlich „Hah, wenn Du wüsstest, aus was das andere Zeugs hier so alles besteht.“ Mir wurde plötzlich speiübel. Ich hatte Käseimitationen gegessen!
Was mochte hier wohl noch alles nicht das sein, was es auf den ersten Blick zu sein schien? War der Döner überhaupt ein Döner? Ich frug Ali, aus welchem Fleisch sein Dönerspieß eigentlich sei. „Aus Kalbfleisch der eine und der andere is Hähnschendöner“, antwortete er.
Hah! Erwischt! Dachte ich es mir doch. Ursprünglich wurde für Dönerkebab nämlich nur Hammel- oder Lammfleisch verwendet. So ein mieser Betrüger! Verkaufte also gar keinen Döner sondern eher so eine Art... Dönerplagiat. So ein Schwein! Ich nahm mir vor, dies unverzüglich bei den Behörden anzuzeigen. Schließlich hat man Bürgerpflichten und wer hat schon heutzutage noch den Mut zur Zivilcourage?
Dönersoße? Auch so ein betrügerisch irreführender Begriff. Schließlich war da gar kein Döner drin. Ich schlug ihm vor, die sogenannte Dönersoße umzubenennen in „Tunke für Dönerplagiate“, stieß damit jedoch auf kein offenes Ohr, und er weigerte sich hartnäckig, dies auch nur in Erwägung zu ziehen. Mafioso!
Auch dem Lahmacun – der türkischen Pizza - stand ich nun mit einer gehörigen Portion Skepsis gegenüber. Sie ist eigentlich ein türkisches Fladenbrot aus Hefeteig. Aber was ist, wenn dieses Brot nicht türkisch ist sondern in Köln, Dortmund oder Kassel produziert wird? Aß ich dann nicht vielmehr eine... Fladenbrotnachbildung? Vor lauter Wut und Ekel traten mir angesichts dieser Überlegungen jetzt die Adern an meinem Hals sichtbar pulsierend zu Tage.
Und „Türkische Spezialitäten“ stand in großen Buchstaben auf die Scheibe geschrieben. „Türkische Spezialitäten“! Irreführung! Irreführung! Was war, wenn Ali gar kein richtiger Türke war, sondern eher so eine Art... Türkenkopie? Er konnte schließlich auch Kurde, Tatar, Kirgiese, Turkmene oder sonst was sein. Und dann sollte die Aufschrift an dieser Gaststätte anstatt „Türkische Spezialitäten“ ja wohl auch besser „Ethnische Minderheiten Spezialitäten-Imitationen“ lauten, oder?
Mir war der Appetit auf so etwas jedenfalls gründlich vergangen. Zuvor war ich kein politisch engagierter Mensch gewesen, aber nun hatte ich endlich eine Aufgabe, die mich bewegte, für die es sich zu kämpfen lohnte. Ich würde die Menschen über diese betrügerischen Aktivitäten aufklären. Zunächst einmal meine Nachbarschaft. Anschließend die ganze Stadt, das komplette Ruhrgebiet, das gesamte Land. Alle sollten sie einmal aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen und begreifen, dass sie schon seit Jahrzehnten Käseimitate aßen!
An Integration kann ich seit diesem ungeheuerlichen Vorfall jedenfalls nicht mehr glauben. Ich bin geläutert und überlege, den Republikanern beizutreten.
Und wer weiß, ob ich nicht gar selbst eine neue politische Strömung ins Leben rufen werde. Vielleicht gründe ich ja eine eigene Partei, deren Agenda sich dem kulinarischen Wohl des Volkes verschreibt. Die „Kulinarische Partei Deutschlands“ vielleicht – das wäre dann wohl die „KPD“.
Mensch, bei all diesen politischen Ambitionen bekomme ich jetzt aber doch wieder Hunger. Ich werde wohl erst mal zu einem Nordsee-Restaurant pilgern und mir ein leckeres deutsches Fischbrötchen holen. Natürlich mit Lachsersatz. Da weiß man wenigstens, was man isst!
Nettes Häppchen für
Nettes Häppchen für zwischendrin. Zu viel fand ich den zusatz "das wäre dann wohl die KPD" ein bissl denken muss man schon dem Leser üebrlassen..... nette Seite hier, mal sehen was ich so finde :-)
Very good post, thanks a
Very good post, thanks a lot.
...ein bissl denken muss man
...ein bissl denken muss man schon dem Leser üebrlassen....
Wir gehen hier vorsichtshalber immer davon aus, dass die Leser denkbar geistig minderbemittelt sind...
Hoffentlich nicht so denkbar
Hoffentlich nicht so denkbar geistig minderbemittelt wie der Autor!
Tja, das bleibt zwar in der
Tja, das bleibt zwar in der Tat zu hoffen. Andererseits wird es schon seine Bewandnis haben, dass sie sich auf diesen Seiten herumtreiben...
Kennst du die Geschichte? Da
Kennst du die Geschichte? Da hat eine Kundin MCDonalds verklagt, weil sie nach dem Essen eines Fischmac an Fischvergiftung erkrankt ist - und hat verloren, weil MCDonalds nachgewiesen hat, dass in Fischburgern gar kein Fisch enthalten ist :-((((
Du hängst doch alter, was
Du hängst doch alter, was gehtn in deinem kopf ab. Verklag ihn doch wegen Kuhkäse omg oder weil in dönersoße kein döner drin is. Digga komm ma klar
Nein, das wusste ich nicht.
Nein, das wusste ich nicht. Ich bin jedoch, nachdem ich nun von diesem ungeheuerlichen Vorfall erfahren habe, sofort zu McDonalds gegangen und habe verlangt, dass sie den Fischburger umbennen in "Fischimitat im Brötchenplagiat".
Allerdings hatte ich das Gefühl, die Bedienung war nur eine Aushilfe und damit überfordert. Also wollte ich Ronald McDonald persönlich sprechen, aber der war wohl gerade nicht da...
Ich versuche es nächste Tage erneut!
Bei McDonalds empfiehlt sich
Bei McDonalds empfiehlt sich generell die Bezeichnung:
"Nahrungsmittelsurrogat".