Autorenprofil Jörg Schwedler

Jörg Schwedler
Der Jörch. Hinter diesem äußerst kreativen Künstlernamen verbirgt sich Jörg Schwedler. Nachdem ihm wegen seiner Vorliebe für Döner ein Modelvertrag verwährt blieb beschloss er Texte zu schreiben. Leider stellte er irgendwann fest, dass man als Autor auch über eine gute Rechtschreibung verfügen sollte. Um seine Kariere nicht zu gefährden reagierte er sofort und las seine Texte fortan einfach dem Publikum vor.

Das tat er unter anderem in Berlin, Marburg, Düsseldorf, Köln und Frankfurt. Seit Februar 2006 ist er fester Bestandteil der Hamburger Satiregruppe -Längs-. Dort traktiert er das Publikum jeden zweiten Samstag im Monat mit Satire, Alltagsgeschichten, satirischen Alltagsgeschichten, alltäglichen Satiregeschichten oder so. Genau weiß das keiner.

Wenn man ihn fragt warum er schreibt, wird man erfahren, dass er ein unverbesserlicher Weltverbesserer ist, der Spaß daran hat und irgendwann mal ein eigenes Buch in den Händen halten will. Hauptsächlich macht er es aber, weil er Applause geil findet. Wenn er nicht gerade auf einem Sitzmöbel sitzt, denkt er darüber nach, wie lustig deutsche Fußabtreter sein dürfen. Manchmal denkt er sogar beim sitzen darüber nach. Unglaublich multitaskfähig der Mann.

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Großstadtsinfonie

Ja ja, die Anonymität der Großstadt, sagen manche. Zu einem Teil mag dieser Spruch seine Gültigkeit haben. Ich zumindest habe noch nicht sehr viele Nachbarn aus meinem mehrgeschossigen Altbau zu Gesicht bekommen.
Aber ... hören kann man sie.

Pfefferspray und Barbecue

Das Grundgesetz wird ordentlich rasiert. Computerüberwachung durch Trojaner, biometrische Ausweise, Abhörung von Handys und Überwachung soweit die Kamera schaut. 1984 ist schon lange veraltet. Sobald ein Mensch auch nur ansatzweise mit dem Posten des Innenministers in Verbindung gebracht wird, bekommt dieser mit sofortiger Wirkung Sicherheits-Paranoia und dreht am Rad.

Schichtwechsel

Ich hole die letzte Zigarette aus meiner Schachtel und zünde sie an. Genüsslich ziehe ich daran, während um mich ein geschäftiges Treiben den Weg zur U-Bahn belebt. Die Frau vom Blumenladen stellt bunte Gedecke raus. Am Zeitungsladen bestelle ich neue Zigaretten. Die Verkäuferin sucht verzweifelt nach meiner Marke. Fünfte Reihe, dritte von Links. Ich sage es ihr nicht, sage gar nichts, lasse stattdessen meinen Blick über die ausgelegten Zeitungen schweifen. „6 tote GIs im Irak“

Bahnfühligkeit

Bahnhof Stendal. Bevor der Zug eintraf, spürte ich ein Zucken in der rechten Arschbacke. Es ist wie bei alten Menschen und dem Wetter. Ich glaube, Vielfahrer entwickeln irgendwann so etwas wie eine Bahnfühligkeit. Die Ahnung, dass wieder eines dieser unliebsamen Bahnerlebnisse bevor steht.

Im Zeichen des Zahns

Dezember. Noch 2 Wochen bis Weihnachten. Leichter Druck am Schneidezahn rechts oben. Nanu?! Ich habe nie Zahnprobleme. Ein Umstand der ganz hervorragend zu meiner Angst vor Zahnärzten passt. Tue das, was ich in solchen Situationen immer tue. Nix!